RAINMAN – Integriertes Starkregenrisikomanagement

Laufzeit: 07/2017 - 06/2020

Starkregenereignisse können nahezu an jedem Ort zu Überflutungen führen, häufig mit nur sehr kurzer Vorwarnzeit. Jedes Jahr sterben auch in Mitteleuropa Menschen oder verlieren ihr Zuhause. Umweltschäden, wie zum Beispiel Wasserverschmutzung oder Bodenerosion treten auf. Die zerstörerischen Auswirkungen von Starkregen sind eine der bedeutendsten Naturgefahren in Europa.

Das Projekt RAINMAN hatte zum Ziel, in städtischen und ländlichen Regionen zur Vermeidung bzw. Minimierung von Schäden beizutragen, die in Zusammenhang mit Starkregen entstehen können. Projektpartner aus sechs Ländern arbeiteten dafür mit kommunalen Entscheidern in sieben sogenannten „Pilotaktionen“ an verschiedenen Orten und Regionen Mitteleuropas zusammen, um innovative Methoden auf ihre Praxistauglichkeit zu testen und um durch konkrete Vorsorgemaßnahmen vor Ort dazu beizutragen, die Situation zu verbessern.

In Sachsen waren unter anderem die Kommunen Oderwitz und Meißen an dem Projekt beteiligt. Gemeinsam mit lokalen und regionalen Entscheidern und den anderen sächsischen Projektpartnern hat das LfULG u.a. Bürgerinformationsveranstaltungen durchgeführt, um potentiell Betroffene zu mehr Eigenvorsorge und zum Dialog der verschiedenen Beteiligten anzuregen. Ein Hochwasserlehrpfad wurde eingerichtet und Kommunen wurden beraten. Auch Fachplanungen zum Hochwasserschutz und zur Gefahrenabwehr sächsischer Kommunen sind durch methodische Anregungen aus dem Projekt qualifiziert worden.

Die im Projekt gesammelten Erfahrungen und abgeleiteten Empfehlungen zum strukturierten Vorgehen für ein „integriertes Starkegenrisikomanagement“ sind in der RAINMAN-Toolbox dokumentiert worden – einer online verfügbaren, mehrsprachigen Informations-Plattform zum Thema. Für die Erstellung der Toolbox-Webseite, dem wichtigsten Projektprodukt, war das LfULG verantwortlich, das auch für die Umsetzung des gesamten Vorhabens verantwortlich war.

Die RAINMAN-Toolbox richtet sich hauptsächlich an Kommunen, hält aber auch Anregungen für Privatpersonen und andere potentiell Betroffene und Interessengruppen bereit. Denn: Starkregenvorsorge geht alle an!

Das Projekt wurde unterstützt durch das Programm CENTRAL EUROPE unter dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung. Der Projektpartner LfULG verfügte über ein Budget von ca. 756.000 Euro (davon 80% EFRE-Mittel).

Es ist geschafft – Die RAINMAN-Toolbox ist online!

Rainman Toolbox

Dokumentationen der gesammelten Projekterfahrungen der vergangenen 3 Jahre zu den vielfältigen Möglichkeiten für die Verbesserung der kommunalen Starkregen-Vorsorge hat das Projekt in der Webseite RAINMAN-Toolbox - https://rainman-toolbox.eu/de - versammelt und damit eine Wissensbasis für die Verantwortlichen geschaffen. BürgerInnen finden zum Beispiel Broschüren und Checklisten zum Herunterladen, damit diese herausfinden können, ob das eigene Zuhause gefährdet ist und einen persönlichen Notfallplan erstellen können, um sich und andere zu schützen und im Notfall richtig zu reagieren.

In erster Linie richtet sich das neue Informationsangebot aber an Gemeinden: Kommunale Entscheider sollten wissen, wo sich im Fall von Starkregen Wasser sammelt und wo es auf seinem Weg zum nächsten Fluss oder See Menschen, Infrastruktur und Eigentum schädigen kann. Nur so können sie passende Vorsorgemaßnahmen treffen. Sie finden in der Toolbox Werkzeuge zur Risikobewertung und Kartierung. Auch über mögliche Ansatzpunkte zur Risikominderung können sie sich online informieren. Die Möglichkeiten reichen dabei von lokalen Maßnahmen der Flächennutzungsplanung, über natürliche oder technische Maßnahmen zum Rückhalt oder der sicheren Ableitung des Wassers, bis hin zur Berücksichtigung von Starkregenszenarien im Katastrophenschutz.

Einen ersten Überblick über die Inhalte und den Aufbau der RAINMAN-Toolbox können Sie sich in unserer Broschüre verschaffen.

Schautafel Starkregenlehrpfad Oderwitz
Schautafel Starkregenlehrpfad Oderwitz  © Gemeinde Oderwitz

Dass Risikokommunikation auch kreativ in der Landschaft erfolgen kann, zeigt der Starkregen-Lehrpfad in Oderwitz (Landkreis Görlitz). Vier Informationstafeln führen entlang der Landwasseraue. Neben Berichten zu vergangenen Überflutungsereignissen im Ort werden nützliche Tipps zur Vorbereitung auf ein solches Ereignis und Möglichkeiten zur Eigenvorsorge gegeben. Oderwitz war in den letzten Jahren mehrfach von Starkregen- und Hochwasserereignissen betroffen, die große Schäden in der Ortslage verursachten. Um verschiedene Altersgruppen anzusprechen, ist neben den Informationstafeln auch ein Geocache eingebunden und trägt den Namen »Land unter!«.

Der Lehrpfad soll nicht nur das Risikobewusstsein vor Ort aufrechterhalten, sondern auch die Risikowahrnehmung unter der Bevölkerung hervorrufen und schärfen. Denn: private Eigenvorsorge ist ein wichtiges Element des integrierten Hochwasser- und Starkregenrisikomanagements. Die Sensibilisierung der Bevölkerung für die Risiken bei Starkregen und Werbung für mehr Eigenvorsorge bei Hauseigentümern, die nicht im Überschwemmungsbereich von Flüssen leben, stellt eine Herausforderung für Kommunen dar.

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 45: Landeshochwasserzentrum, Gewässerkunde

Dr. Andy Philipp

Telefon: 0351 8928-4505

Telefax: (0351) 8928-4099

E-Mail: Andy.Philipp@smul.sachsen.de

Webseite: http://www.smul.sachsen.de/lfulg

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 44: Wasserrahmenrichtlinie, Oberflächengewässer

Anika Albrecht

Telefon: 0351 8928-4426

Telefax: (0351) 8928-4099

E-Mail: Anika.Albrecht@smul.sachsen.de

Webseite: http://www.smul.sachsen.de/lfulg

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