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Gewässerschutz in aller Kürze

Elbe im Morgengrauen mit Nebel © Burkhard Lehmann (LfULG)

Wir informieren Sie auf diesen Seiten kurz und kompakt zum Thema Gewässerschutz in Sachsen. Wenn Sie sich weiter mit dem im wasserwirtschaftlichen Alltag sehr komplexen Thema beschäftigen wollen, empfehlen wir Ihnen das reichhaltige Angebot unseres Wasserportals oder unserer Broschüre "Für saubere Gewässer in Sachsen".

Für saubere Gewässer in Sachsen - Eine gemeinsame Sache

Titelbild Broschüre "Für saubere GEwässer in Sachsen": Mädchen spielt in Fluss

Mit der Broschüre soll das Interesse am Gewässerschutz geweckt werden. Saubere Bäche und Seen sind für Pflanzen, Tiere und den Menschen wichtig. Es werden die gesetzlichen Vorgaben, die sächsischen Bemühungen zum Gewässerschutz und der bisher erreichte Stand beschrieben. Mitmachtipps und ein Wandervorschlag runden die Broschüre ab.

Wasser ist keine übliche Handelsware, sondern ein ererbtes Gut, das geschützt, verteidigt und entsprechend behandelt werden muss.

Erster Erwägungsgrund für die Wasserrahmenrichtlinie

Unsere Gewässer sind Bestandteil des Naturhaushalts, eine wichtige Lebensgrundlage für uns Menschen, ein Lebensraum für Tiere und Pflanzen und ein nutzbares Gut für wirtschaftliche Zwecke. Mit verschiedensten Anforderungen können die Menschen unsere Bäche und Flüsse betrachten, wie z.B.:

Exkursion im Röderauwald © Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG)
  • Ich will mich am Gewässer erholen!
  • Ich will mich vor dem nächsten Hochwasser schützen!
  • Ich will sauberes Trinkwasser!
  • Ich möchte gewässertypische Pflanzen und Tiere betrachten!
  • Ich brauche das Wasser für meinen Betrieb!
  • Ich will mit Wasser Energie erzeugen!

Als Gewässerschutz bezeichnet man die Bestrebungen, die Gewässer vor zu intensiven menschlichen Beeinträchtigungen zu schützen. Dabei geht es einerseits um die Reinhaltung des Wassers und andererseits um den Schutz von Tieren und Pflanzen im Wasser, also um die Bewahrung der Lebensräume. Nachhaltige Nutzungen der Gewässer sollen möglich bleiben.

Renaturierter Dorfbach
Renaturierter Dorfbach - wieder Lebensraum für typische Bachbewohner  © Burkhard Lehmann

Lebensadern unserer Landschaft
Ökologisch intakte Bäche sind enorm wichtige Lebensräume für viele typische Pflanzen­ und Tierarten der Fließgewässer und Auen. Rund zwei Drittel aller in Deutschland vorkommenden Lebensgemeinschaften sind auf Gewässer und Auen angewiesen. Gewässer durchziehen unsere Landschaft wie ein Adersystem und verbinden verschiedenste Lebensräume miteinander.

Spaß für Groß und Klein am kühlen Nass
Saubere Flüsse und Seen sind wichtig für unsere Erholung: Baden, Wandern, Boot fahren, Spielplatz ... Nicht nur draußen in der Natur, sondern auch in unseren Städten lohnt es sich naturnähere Bäche zu entwickeln.

Wasser und Arbeitsplätze
Der Lebensunterhalt von 1,5 Milliarden Menschen weltweit ist unmittelbar vom Wasser abhängig. Für die viele menschlichen Aktivitäten ist sauberes Wasser unabdingbar. Nur wenn wir verantwortungsbewusst mit dem Wasser aber auch mit dem Abwasser umgehen, können die Arbeitsplätze dauerhaft erhalten werden.

Anglern geht es gut, wenn es den Fischen gut geht
Angeln ist ein beliebtes Hobby. Fast 70.000 Sachsen haben einen gültigen Fischereischein. Für sie ist es besonders wichtig, dass die Gewässer sauber und vor allem naturnah sind.

Trinkwasser zu bezahlbaren Preisen
Trinkwasser ist unser wichtigstes Grundnahrungsmittel. Je sauberer das Rohwasser ist, umso geringer ist der Aufwand zur Wasseraufbereitung.

Hochwasserschutz
Intakte Gewässer und Flussauen bieten einen natürlichen Überschwemmungsschutz. Die Auen mit ihren Wiesen und Wäldern können bei Hochwasser großflächig überflutet werden. Der Hochwasserrückhalt wird verbessert.

Die Schwarze Pockau am Kamm des Erzgebirges: naturnah mäandrierend im Wiesengrund
Die Schwarze Pockau am Kamm des Erzgebirges, einer der wenigen Bäche im guten Zustand in Sachsen  © LfULG

Flüsse und Bäche kennen keine Landesgrenzen, sie fließen darüber hinweg. Wasserwirtschaft, Landwirtschaft, Industrie und Naturschutz aus allen beteiligten Ländern müssen sich einigen, wer ein Gewässer wie benutzen darf. Die Europäische Union hat im Jahr 2000 mit der sogenannten Wasserrahmenrichtlinie ein wichtiges Regelwerk zum Wasserschutz geschaffen. Sie legt fest, wie unsere Gewässer wirksam geschützt werden können und wir wie sie wieder naturnäher und sauberer bekommen.

In der Wasserrahmenrichtlinie wird das Ziel vorgegeben, dass bis zum Jahr 2015 alle Oberflächengewässer in einen guten ökologischen und chemischen Zustand und das Grundwasser in einen guten mengenmäßigen und chemischen Zustand erreichen sollen. Weil es aber mitunter sehr lange dauern kann und nicht immer genau planbar ist, bis eine solche Verbesserung eintritt, wird den Staaten in bestimmen Fällen auch mehr Zeit eingeräumt.

Seit Jahrhunderten werden die Gewässer intensiv genutzt. Menschen nutzen sie zur Produktion von Trinkwasser, zum Fischfang, als Transportweg oder zur Energieerzeugung. Häuser und Verkehrsanlagen sind oftmals in unmittelbarer Gewässernähe und müssen entsprechend vor Hochwasser geschützt werden. Die Gewässer wurden begradigt, um Land zu gewinnen. Das und die zunehmende Verschmutzung mit Abwasser  und der Eintrag aus Erz- und Kohlebergbau hatten negative Auswirkungen auf die Gewässergüte und die Eignung als Lebensraum für Pflanzen und Tiere.

Kuchendiagramm zum ökologischen Zustand 2021: Nur 6,6 Prozent aller Fließgewässer im guten Zustand
Ökologischer Zustand der Oberflächengewässer in Sachsen 2021 

Nach aktuellen Auswertungen erreichen in Sachsen nur wenige Gewässer einen guten ökologischen Zustand. Seit 2009 ist zwar ein leichter Trend zur Verbesserung erkennbar. Wegen der auch heute noch intensiven Nutzung und Belastung der Gewässer ist es aber nicht wahrscheinlich, dass in absehbarer Zeit alle Gewässer die Ziele erreichen. »Nachhaltiger Gewässerschutz« ist eine Generationenaufgabe, bei dem neue Wege zur Lösung der Probleme beschritten werden müssen.

begradigter, eingetiefter und unbeschatteter Bach im sächsischen Tiefland
In solchen begradigten, eingetieften und unbeschatteten Bächen kann der gute Zustand nicht erreicht werden. Im sächsischen Tiefland sehen noch viele Bäche so ähnlich aus.  © LfULG

Den Flüssen Raum geben und Durchgängigkeit schaffen
Tausende Wehranlagen behindern in Sachsen die Wanderungen von Fischen wie dem Lachs. Nicht einmal ein Prozent der sächsischen Bäche und Flüsse sind in ihrer Struktur unverändert durch den Menschen. Eine vielfältige Gewässerstruktur mit Kies, Steinen, Totholz und standorttypischen Ufergehölzen ist aber die Basis für eine intakte Lebensgemeinschaft der Pflanzen und Tiere.
Um die Situation zu verbessern, sorgen die Gemeinden und der Freistaat dafür, dass die Gewässer abschnittsweise wieder naturnäher entwickelt werden. Der Freistaat fördert Vorhaben um Stauanlagen wieder durchgängig zu gestalten.

Weniger Stoffeinträge für die Gewässer
Übermäßiger Nährstoffeintrag schädigt die Organismen in den Gewässern. Sie kommen überwiegend über das Abwasser und über die landwirtschaftliche Nutzung in die Gewässer.
Um das Abwasser noch sauberer zu machen, setzen die Kommunen auf die Verbesserung der Reinigungsleistung ihrer Kläranlagen. In der Landwirtschaft werden Maßnahmen zur Verminderung der Bodenerosion weiter intensiviert und die gesetzlichen Vorgaben wurden verschärft.

Bergbau und klares Wasser –  eine komplexe Sache
In Sachsen werden seit mehr als 850 Jahren Rohstoffe für die Gewinnung von Metallerzen, Uran, Steinkohle und Braunkohle abgebaut, mit großen Auswirkungen auf den Wasserhaushalt.
Es werden in Sachsen Strategien und Maßnahmen entwickelt, um in diesem komplexen System Zustandsverbesserungen langfristig zu erreichen, etwa durch verminderte Stoffbelastung oder durch Schaffung naturnaher Gewässerstrukturen in bergbaulich beeinflussten Bächen und Flüssen.

Wasser nachhaltig bewirtschaften  im Zeichen des Klimawandels
Die Folgen des Klimawandels in unseren Gewässern sind bereits erkennbar: häufigere Starkregenereignisse mit Hochwasserfolgen oder extreme Trockenereignisse mit langen Niedrigwasserperioden. Ausgebaute und belastete Gewässer können sich schlechter anpassen als naturnahe Flüsse. Langfristig werden die Grundwasserstände fallen, so die Prognosen. Alle wasserwirtschaftlichen Maßnahmen müssen künftig unter Beachtung der klimatischen Entwicklungen geplant werden.

Schüler einer Bachpatenschaft beim Müllsammeln am Geberbach in Dresden
Schüler einer Bachpatenschaft beim Müllsammeln am Geberbach in Dresden  © LfULG

Jeder Bürger kann zum Schutz unserer Flüsse, Seen und des Grundwassers beitragen. Die folgenden Tipps und Anregungen sollen dabei helfen:

Umweltgerecht gärtnern
Gehen Sie in Ihrem Garten sorgsam um mit chemischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln oder verzichten Sie am besten ganz darauf. Die Stoffe können in die Gewässer gelangen und dort Tiere und Pflanzen schädigen. Gegen Schnecken und Pilze helfen genauso gut biologische Mittel. Kompost ist eine umweltschonende Alternative zu synthetischen Düngern.

Auf Streusalz verzichten
Salzfreie Streumittel sind eine umweltschonende Alternative zum Streusalz. Erkennbar sind sie am Umweltzeichen »Der blaue Engel«. Grundwasser, Böden und Kläranlagen werden so weniger belastet.

Gartenabfälle richtig verwerten und entsorgen
Gartenabfälle dürfen nicht in der Nähe von Gewässern gelagert und schon gar nicht über diese entsorgt werden. Sie können nicht nur zur Verunreinigung der Gewässer führen, sondern bei Starkregenereignissen  abgeschwemmt werden und flussabwärts Brücken oder Verrohrungen zusetzen.

Wasser aus Bächen sparsam entnehmen
Geringe Wasserentnahmen für die Bewässerung des eigenen Gartens sind grundsätzlich nicht verboten. Sie dürfen allerdings nur über das eigene Grundstück oder einen öffentlichen  Zugang erfolgen. In Trockenzeiten kann die Wasserbehörde ein vorübergehendes Verbot für Wasserentnahmen verhängen. Bitte beachten Sie die entsprechenden Aufrufe.

Heimische Gehölze anpflanzen
Wer auf seinem Grundstück am Gewässer standortgerechte heimische Gehölze wie Erle oder Weide anpflanzt,  trägt nicht nur zur Wiederherstellung naturnaher Gewässer bei, sondern schützt sein Grundstück vor unkontrollierten Uferabbrüchen. Selbst angebrachte Uferbefestigungenmit Mauern, Brettern u.ä sind verboten. Bauwerke müssen innerhalb von Ortschaften mehr als 5 Meter Abstand zum Gewässer halten.

Abwassergebühren sparen mit weniger versiegelten Flächen
Greifen Sie beim Terrassen-, Wege- oder Stellplatzbau vorzugsweise zu wasserdurchlässigen Belägen wie Rasengitter oder Ökopflaster mit breiten Fugen, damit Niederschläge besser versickern können. Damit schonen Sie auch Ihren Geldbeutel. Denn die Höhe der Gebühren richtet sich auch nach der Größe versiegelter Flächen.

Bachpate werden und Vorbild sein
Unterstützen Sie Ihre Gemeinde aktiv bei der Gewässerunterhaltung. Werden Sie Bachpate, z.B. durch die Beobachtung der Gewässer sowie durch Mitarbeit bei Pflegemaßnahmen oder bei der Aufklärung der Mitbürger. Bachpatenschaften können sowohl von engagierten Bürgern als auch von Schulen übernommen werden.

Gewässerufer vorsichtig betreten
Bewegen Sie sich an Gewässerufern vorsichtig und auf vorhandenen Wegen. Die Ufer sind wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen.

Lebensmittel bewusst auswählen
Bioprodukte schonen die Gewässer. Durch geschlossene Stoffkreisläufe, Verzicht auf mineralischen Dünger und chemische Pflanzenschutzmittel sowie den kleineren Viehbesatz können die Stoffeinträge in die Gewässer  deutlich reduziert werden. Prüfen Sie eine Reduktion Ihres Fleischkonsums. Um ein Kilo Rindfleisch zu erzeugen, sind mehr als 15.000 Liter Wasser nötig.

Bewusst mit Trinkwasser umgehen und Abwasser richtig entsorgen
Duschen statt Baden spart Trinkwasser. Schalten Sie Geschirrspüler  oder  Waschmaschinen  erst  an,  wenn  diese  vollständig  gefüllt sind. Gehen Sie sparsam mit Wasch- und Putzmitteln um und verwenden Sie dabei umweltfreundliche Produkte.

Abfälle fachgerecht entsorgen
Bitte geben Sie Altöle, Farbreste, Lösungsmittel und defekte Energiesparlampen am Recyclinghof ab. Gelangen die darin enthaltenen Schadstoffe in die Gewässer, können sie enorme Schäden anrichten. Arzneimittelreste  gehören  nicht  in  die  Toiletten, sondern sollen möglichst in Apotheken abgegeben oder in der Restmülltonne entsorgt werden.

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