Landwirtschaft und Gewässer – das Gewässerforum 2026
Landwirtschaft und Gewässer sind in Sachsen untrennbar miteinander verbunden. Grund genug, um ins Gespräch zu kommen. Dafür war beim diesjährigen Gewässerforum ausreichend Zeit, denn das Forum widmete sich dem Thema »Zukunft gestalten: Gewässerentwicklung im ländlichen Raum«.
Lebensraum für zahlreiche Arten im und am Wasser, verbesserter Hochwasserschutz, niedrigere Unterhaltungskosten, verbessertes Mikroklima und der in Zeiten von Klimawandel und Hitzesommern immer wichtiger werdende Wasserrückhalt in der Fläche. Für die naturnahe Gewässerentwicklung gibt es viele gute Argumente. Trotzdem steigt die Anzahl der umgesetzten Projekte nur langsam. Warum ist das so?
Von den bestehenden Hemmnissen ist der Flächenbedarf für die naturnahe Gewässerentwicklung hervorzuheben. Innerorts sind Bebauung und Infrastruktur limitierende Faktoren. Außerorts werden die Flächen am Gewässer oft landwirtschaftlich genutzt. Eine für alle Akteure tragbare Lösung zu finden, welche weder Flächeneigentümer, Bewirtschafter, noch die Kommune oder das Gewässerökosystem unverhältnismäßig belastet, ist keine leichte Aufgabe. Zeit genug, das Thema im größeren Rahmen zu diskutieren.
Die Fachberaterinnen und Fachberater Gewässer des LfULG haben hierzu das 46. Gewässerforum maßgeblich mitgestaltet. Unter dem Titel »Zukunft gestalten: Gewässerentwicklung im ländlichen Raum« wurde dem Thema am 30. September 2026 in der SAB Dresden ein ganzer Tag gewidmet.
Zunächst schufen Fachvorträge einen Rahmen zum Thema. Zudem wurde viel Wert auf interaktive Formate gelegt. Dies galt speziell für die Postersession. Hier war nicht nur eine Vernetzung zwischen Teilnehmenden, sondern auch mit den Referentinnen und Referenten möglich, die an den Postern ihre Arbeit im Themenfeld Gewässer und Landwirtschaft vorstellten. Auch bei der abschließenden Podiumsdiskussion, bei der je eine Vertretung aus dem Bereich Landwirtschaft, Verwaltung und Naturschutz in einem moderierten Gespräch das Thema betrachteten, konnte sich das Publikum über ein digitales Format einbringen.
Die Veranstaltung hat verdeutlicht, dass es auch in Zukunft nicht leicht sein wird, das zentrale Problem des Flächenbedarfs für die naturnahe Gewässerentwicklung zu lösen. Die Flurneuordnung bietet grundsätzlich die Chance bei der notwendigen Aufwertung von Gewässern und der Linderung des akut fortschreitenden Biodiversitätsverlusts zu unterstützen, kann aber aufgrund der langen Dauer der einzelnen Verfahren nur in sehr begrenztem Umfang helfen.
Einzelfallbeispiele, in denen mehrere günstige Faktoren eine Umsetzung von Maßnahmen ermöglicht haben, sind Anlass zur Hoffnung. Denn sie zeigen, dass auch für komplexe Situationen Lösungen gefunden werden können, wenn die Bereiche Landwirtschaft und Gewässer konstruktiv zusammenarbeiten.
Mit Dank an alle, die am Gewässerforum mitgewirkt haben - sei es in der Organisation, bei den Vorträgen, der Postersession, der Podiumsdiskussion oder im Publikum.