Strömungslenker – Besondere Strukturen im Fluss

Strömungslenker an einem Fluss
Ein Strömungslenker, der im Rahmen einer Renaturierungsmaßnahme eingesetzt wurde. Die Verwirbelungen des Wassers zeigen, dass die Hauptströmung wie beabsichtigt am anderen Ufer entlangläuft. 
© Wetzelt LfULG

Ein Haufen von Steinen die vom Ufer ein ganzes Stück in die Mitte hineinragen – manchmal können am Gewässer solche Strukturen entdeckt werden. Was ist das und wofür soll das gut sein?

Diese Strukturen sind nicht immer künstlich. Sie können auch natürlich vorkommen, zum Beispiel wenn sich nach Hochwasserereignissen viel Sediment umlagert. In beiden Fällen gilt: das Wasser muss sich einen Weg um das Hindernis herum suchen. In der Regel wird das anströmende Wasser von den Steinen abgelenkt und fließt einfach vorbei, bei Hochwasser dann darüber hinweg. Daher kommt auch der Name: Strömungslenker. Bei kleineren Flüssen und Bächen können sie auch aus Holz errichtet werden, zum Beispiel aus Weidenästen. Der Effekt ist derselbe, das anströmende Wasser wird vom Strömungslenker an das gegenüberliegende Ufer geleitet. Doch wozu dient das?

Früher sind die Gewässer nicht begradigt gewesen, sondern sie haben sich frei durch die Landschaft geschlängelt und ihren Lauf dabei immer wieder verlagert. Es entstehen viele ökologisch wertvolle Strukturen im Gewässer: Steilufer, in denen Eisvögel nisten können und flache Uferbereiche, wo sich Großlibellen-Larven finden. Oft sind diese Lebensräume durch den Ausbau der Gewässer nicht mehr vorhanden. Dadurch fehlen zahlreiche typische Arten der Bäche und Flüsse. Strömungslenker können helfen, den Gewässern wieder mehr natürliche Dynamik zu verleihen, sie sind dazu das erste Initial. Durch die veränderte Strömung entsteht mehr Substratdiversität und die Tiefenvarianz der Gewässersohle wird erhöht. Dies kommt zahlreichen Tier- und Pflanzenarten der Fließgewässer zugute. Da Strömungslenker das Wasser von einem Ufer weg leiten, ist dieses natürlicherweise geschützt, sodass oft keine weitere Befestigung erforderlich ist. 

Diese unscheinbaren Steinhaufen haben also erstaunlich vielseitige Effekte! Genau deshalb werden sie auch an ausgewählten Stellen eingesetzt, um dem Gewässer wieder mehr eigendynamische Entwicklung zu ermöglichen. 

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(© Meyer, LfULG)

Durch das Einbringen von ingenieurbiologischen Bauweisen kann dem Gewässer mehr Dynamik verliehen werden. Hier wurde viel mit Totholz gearbeitet.

Totholz am Gewässer
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(© Wetzelt, LfULG)

Strömungslenker können aus Steinen oder auch aus Holz gebaut werden. Diese Variante ist begrünt, in einigen Jahren wird ein Gehölzbestand aufgekommen sein und die Funktion auf natürliche Art übernehmen.

Strömungslenke an einem Bach
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